Martinskapelle Heidelsheim (Alte Katholische Kirche)

Martinskapelle AußenansichtDie Stadtkirche von 1540 wurde als katholisches Gotteshaus gebaut. Dennoch wurde sie von Katholiken, Reformierten, Lutheranern gemeinsam genutzt.

Nach der Zerstörung der Kirche im Jahr 1689 durch die Truppen von König Ludwig XIV und dem teilweisen Wiederaufbau wurde die Kirche 1705 aufgeteilt. Die katholische Kirche erhielt den Chorraum, die reformierte Gemeinde das Langhaus. Sie waren ab 1711 durch eine Wand getrennt. Dieser Chorraum diente den Katholiken fast 300 Jahre lang als Pfarrkirche.

Am 22. Juni 1980 konnte die katholische Kirchengemeinde Heidelsheim ihr neues Gemeindezentrum einweihen. Sechs Jahre später wurde die Alte Katholische Kirche an die Evangelische Kirchengemeinde mit der Maßgabe übergeben, sie als Baudenkmal und ältestes Gebäude von Heidelsheim zu erhalten und der weiteren kirchlichen Nutzung zuzuführen.

Martinskapelle AltarraumNach der Renovierung der Außenfassade im Jahr der Übergabe und der Sanierung des Daches im Jahre 2002 wurde das Gebäude erst mit der Innenrenovierung 2005/2006 aus ihrem Dornröschenschlaf befreit. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen wurde ein Förderkreis gegründet, dem auch viele Katholiken beitraten.

Grundsätzlich sollte die Kirche in ihrer heutigen Ausstattung weitgehend erhalten bleiben. Nachdem in Untersuchungen vier bis fünf Ausmalungen der Kirche festgestellt wurden, beschloss man unter Einbeziehung der Denkmalbehörde, Martinskapelle DeckenmalereiDecke und Wände so zu erhalten, wie sie bei der letzten Renovierung im Jahr 1911 gestaltet wurden. Die Kirche sollte auch weiterhin sowohl für evangelische wie katholische – und ökumenische Veranstaltungen nutzbar sein.

Der an der Ostseite aufgestellte Altar stammt aus der Stadtkirche von Bruchsal. Er soll in einer östlich gelegenen Seitenkapelle gestanden haben. Die Herkunft der Kanzel ist ungewiss. Sie könnte aus der Lutherkirche Weingarten stammen.

Martinskapelle Orgel und EmporenNach dem Bau der unteren Empore zur Schaffung von weiterem Platz für die Gemeindeglieder musste mit dem Einbau der Orgel eine zweite Empore errichtet werden. Im Jahre 1895 wurde eine neue Orgel beim Orgelbaumeister Anton Keine, Waldkirch in Auftrag gegeben. Sie hat sieben Register und eine Mixtur.

Weitere Details finden sich in einer Broschüre der Evangelischen Pflege Schönau, die die Renovierung maßgeblich begleitet hat.

aus „100 Jahre Evang. Stadtkirche, 300 Jahre Alte Kath. Kirche“